Broker-Gebühren verstehen: jede Kostenart einzeln aufgeschlüsselt
Ordergebühr, Spread, Währungsumrechnung, Depotkosten und Fremdkosten: die fünf Kostenschichten eines Brokers, durchgerechnet an konkreten Beispielen.
Auf dieser Seite10
- Die fünf Kostenschichten
- Schicht 1: Die Ordergebühr – das Modell zählt mehr als der Preis
- Schicht 2: Der Spread, der auf keiner Abrechnung steht
- Schicht 3: Die Währungsumrechnung
- Schicht 4: Was das Konto kostet, nur weil es existiert
- Schicht 5: Fremdkosten, die nicht dem Broker gehören
- Wenn Hebel im Spiel ist, kommt eine sechste Schicht dazu
- Zwei Profile, zwei entgegengesetzte Antworten
- Wo die günstigste Lösung die falsche ist
- Was Sie konkret tun sollten
Die Preisliste eines Brokers hat fünf getrennte Kostenschichten – und die Zeile, die am grössten gedruckt ist, ist selten die teuerste. Wer aus dem Euro-Raum US-Aktien kauft, zahlt für die Währungsumrechnung routinemässig ein Vielfaches der Ordergebühr. Wer sein Depot ruhen lässt, zahlt am Ende überhaupt nur die Inaktivitätsgebühr. Und wer eine gehebelte Position ein Quartal lang hält, zahlt an Finanzierungskosten mehr als an allem anderen zusammen. Dieser Leitfaden nimmt jede Schicht einzeln auseinander, erklärt den Mechanismus dahinter und rechnet ihn durch.
Alle Broker-Zahlen stammen aus der Brokaro-Datenbasis mit Stand 21. August 2026 und beziehen sich auf die von uns geprüfte Retail-Einheit. Preislisten ändern sich und unterscheiden sich je nach buchender Gesellschaft und Wohnsitzland – prüfen Sie den aktuellen Stand in der Preisliste Ihres Brokers, bevor Sie danach handeln.
Die fünf Kostenschichten
| Schicht | Was dahintersteckt | Typische Spanne | Wen es am härtesten trifft |
|---|---|---|---|
| Ordergebühr | Der ausgewiesene Betrag pro Auftrag | EUR 0 bis EUR 30 pro Order | Vieltrader, kleine Orders |
| Spread und Ausführung | Abstand zwischen Ihrem Kurs und dem Referenzkurs | 0,01 % bis über 1 %, nicht ausgewiesen | Alle – und niemand sieht es |
| Währungsumrechnung | Aufschlag beim Tausch einer Währung in eine andere | 0,002 % bis 1 % je Umrechnung | Jeden, der Fremdwährungswerte kauft |
| Laufende Kontokosten | Depotgebühr, Abo, Inaktivität, Kursdaten | EUR 0 bis 0,15 % p. a. plus Fixposten | Grosse Depots, ruhende Konten |
| Fremdkosten | Börsen-, Clearing-, Aufsichts- und Steuerabgaben | 0,01 % bis 0,5 %, je nach Markt | Hängt vom Markt ab, nicht vom Broker |
Diese Schichten sind nicht gleich wichtig. Welche dominiert, hängt ausschliesslich von Ihrem Handelsmuster ab – Ordergrösse, Orderzahl, Währung, Haltedauer. Wer sein Muster nicht kennt, kann keine Preisliste sinnvoll lesen.
Schicht 1: Die Ordergebühr – das Modell zählt mehr als der Preis
Es gibt vier Preismodelle, und sie verhalten sich bei unterschiedlichen Ordergrössen gegensätzlich.
- Fixpreis pro Order. Trade Republic berechnet EUR 1,00 Fremdkostenpauschale auf der Standardroute und EUR 2,00, wenn Sie den Handelsplatz selbst wählen. Scalable Capital ruft seit dem 1. September 2026 bis zu EUR 1,99 auf gettex und Xetra auf und EUR 0,99 auf der EIX. Prozentual wird ein Fixpreis umso günstiger, je grösser die Order – und umso brutaler, je kleiner sie ist.
- Prozentsatz mit Minimum und Deckel. Interactive Brokers Ireland berechnet im Tiered-Modell 0,05 % des Ordervolumens, mindestens EUR 1,25 und höchstens EUR 29 auf Xetra und Euronext. Unterhalb von rund EUR 2.500 greift faktisch das Minimum, oberhalb von rund EUR 58.000 der Deckel. Nur dazwischen zahlen Sie tatsächlich 0,05 %.
- Preis je Stück. Für US-Aktien berechnet Interactive Brokers im Tiered-Modell USD 0,0035 je Aktie, mindestens USD 0,35 pro Order, gedeckelt bei 1 % des Ordervolumens. Dieses Modell bestraft Aktien mit niedrigem Stückkurs: 2.000 Stück zu USD 3 kosten USD 7, dieselbe Anlagesumme in 30 Stück zu USD 200 kostet das Minimum von USD 0,35.
- Null Kommission. Die Kosten sind nicht verschwunden, sondern verschoben – in den Spread, in die Währungsumrechnung, in Zinsmargen auf Barbestände oder in die Wertpapierleihe. Trading 212 sagt das offen: Die Erträge auf der Anlageseite kommen aus der Umrechnungsgebühr von 0,15 % und aus der Wertpapierleihe.
Rechnen Sie es durch. Drei Anbieter, drei Ordergrössen, europäische Aktie in Euro:
| Ordergrösse | Trade Republic (Best Price) | DEGIRO (Euronext-Heimatmarkt) | Interactive Brokers Ireland (Tiered) |
|---|---|---|---|
| EUR 500 | EUR 1,00 = 0,20 % | EUR 3,00 = 0,60 % | EUR 1,25 = 0,25 % |
| EUR 5.000 | EUR 1,00 = 0,02 % | EUR 3,00 = 0,06 % | EUR 2,50 = 0,05 % |
| EUR 50.000 | EUR 1,00 = 0,002 % | EUR 3,00 = 0,006 % | EUR 25,00 = 0,05 % |
Was in der Zahl steckt, zählt genauso viel wie die Zahl. Die EUR 3,00 bei DEGIRO sind EUR 2,00 Kommission plus EUR 1,00 Bearbeitungsgebühr, und die deutsche Preisliste stellt die meisten Nicht-Tradegate-Börsen teurer. Interactive Brokers reicht Börsen- und Clearinggebühren im Tiered-Modell separat durch, während sie im Fixed-Modell und bei Trade Republic in der Pauschale enthalten sind. Wer nur die Kommissionsspalte vergleicht, vergleicht nicht das Gleiche.
Schicht 2: Der Spread, der auf keiner Abrechnung steht
Jeder Kurs hat zwei Seiten. Sie kaufen zum Briefkurs und verkaufen zum Geldkurs; die Differenz ist der Spread, und die halbe Differenz ist Ihre Kostenbelastung je Richtung. Der Broker weist sie nirgends aus, weil sie technisch keine Gebühr ist – sie ist der Preis, zu dem jemand bereit war, Ihnen das Papier zu verkaufen.
Ein Beispiel mit Zahlen. Ein ETF wird mit 100,02 zu 100,08 quotiert. Der Spread beträgt sechs Cent, also 0,06 % des Kurses. Ein vollständiger Kauf-und-Verkauf-Zyklus über EUR 10.000 kostet Sie damit rund EUR 6 – mehr als die EUR 2 Ordergebühr bei einem Ein-Euro-Broker. Handeln Sie denselben ETF um 22:30 Uhr, wenn nur noch ein einziger Market Maker quotiert, kann der Spread bei 0,30 % liegen. Derselbe Zyklus kostet dann EUR 30. Der Broker hat nichts anderes berechnet; Sie haben trotzdem das Fünffache bezahlt.
Daraus folgen drei Regeln. Handeln Sie liquide Papiere in den Kernzeiten des Heimatmarkts, nicht spätabends auf einem Einzelplatz. Vergleichen Sie den Kurs Ihres Brokers zur selben Sekunde mit dem Referenzkurs der Primärbörse – die einzige Methode, den Aufschlag überhaupt zu messen. Und beachten Sie: Bei Produkten ohne Referenzbörse, etwa Krypto oder CFDs, ist der Spread der gesamte Preis. Trade Republic veröffentlicht den Krypto-Spread nicht, weshalb sich die Gesamtkosten eines solchen Trades aus der Preisliste nicht berechnen lassen.
Ein regulatorischer Hinweis: Die MiFIR-Novelle der EU, Verordnung (EU) 2024/791, untersagt Payment for Order Flow, also Zahlungen eines Handelsplatzes an den Broker für die Weiterleitung von Kundenorders; für Mitgliedstaaten, die die Praxis zuvor erlaubt hatten, galt eine Übergangsfrist. Wie Ihr Broker heute vergütet wird, steht in seinen Ausführungsgrundsätzen, nicht in seiner Werbung.
Schicht 3: Die Währungsumrechnung
Die Spanne bei der Umrechnungsmarge ist die grösste im gesamten Gebührenwesen: 0,20 Basispunkte bei Interactive Brokers, 0,15 % bei Trading 212, 0,25 % bei DEGIRO und Saxo, 0,95 % bei Swissquote, 1 % bei OANDA und Fidelity – und bei Trade Republic, Scalable Capital und eToro überhaupt keine ausgewiesene Zeile. Die Marge fällt beim Kauf an, beim Verkauf erneut und auf jeder Dividende noch einmal. Weil dieser Posten für die meisten europäischen Anlegerinnen und Anleger der grösste überhaupt ist, behandeln wir ihn in einem eigenen Leitfaden.
Schicht 4: Was das Konto kostet, nur weil es existiert
Diese Kosten laufen weiter, auch wenn Sie nichts tun – und genau deshalb werden sie regelmässig übersehen.
- Depot- und Plattformgebühr. Saxo Bank veröffentlicht 0,15 % pro Jahr auf Aktien-, ETF- und Anleihepositionen im Classic-Tarif (0,12 % Platinum, 0,09 % VIP), monatlich belastet – wobei die Anwendung nach buchender Gesellschaft variiert und Saxo sie in mehreren europäischen Märkten ausgesetzt hat. Swissquote berechnet Privatkunden gestaffelt CHF 20 bis CHF 50 pro Quartal, also CHF 80 bis CHF 200 im Jahr, zuzüglich 8,1 % Schweizer Mehrwertsteuer. Trade Republic, Trading 212 und Lightyear berechnen nichts.
- Abonnement. Scalable Capital verlangt für PRIME+ EUR 4,99 im Monat, also EUR 59,88 im Jahr. Gegen EUR 0,99 je EIX-Order rechnet sich das ab etwa fünf Orders pro Monat – darunter zahlen Sie für ein Abo, das Sie nicht ausnutzen.
- Börsenanbindung. DEGIRO berechnet EUR 2,50 je Nicht-Heimatbörse und Kalenderjahr, gedeckelt bei 0,25 % des Depotwerts, je nachdem, was niedriger ist; US-Options- und Futures-Börsen kosten EUR 5,00 im Monat.
- Inaktivität. XTB berechnet EUR 10 monatlich, wenn 365 Tage kein Trade und 90 Tage keine Einzahlung stattgefunden haben. Bei IG fällt gar keine Inaktivitätsgebühr an – der Broker weist sie auf Anlage-, Spread-Betting- und CFD-Konten als kostenfrei aus. eToro hat seine Gebühr von USD 10 monatlich 2026 gestrichen.
- Kursdaten. Bei Interactive Brokers sind Echtzeitdaten kostenpflichtige Abonnements je Börse. Ein aktiver Trader kommt schnell auf USD 20 bis 50 im Monat, bevor eine einzige Order platziert ist.
Die Depotgebühr skaliert mit dem Vermögen, nicht mit der Aktivität: 0,15 % pro Jahr auf ein Depot von EUR 120.000 sind EUR 180 – jedes Jahr, ohne einen einzigen Trade. Bei EUR 20.000 sind dieselben 0,15 % nur EUR 30, und die Ordergebühren dominieren wieder. Die Faustregel: Je grösser das Depot und je seltener der Handel, desto wichtiger wird die Bestandsgebühr gegenüber der Ordergebühr.
Schicht 5: Fremdkosten, die nicht dem Broker gehören
Diese Posten reicht der Broker durch. Sie sind nicht verhandelbar und hängen vom Markt ab, nicht vom Anbieter – aber sie erklären, warum dieselbe Order in London anders kostet als in Frankfurt.
| Abgabe | Wo sie anfällt | Höhe |
|---|---|---|
| Stamp Duty Reserve Tax | Käufe britischer Aktien | 0,5 % (Gilts, Anleihen und die meisten ETFs befreit) |
| PTM Levy | Britische Orders über GBP 10.000 | GBP 1,50 |
| Französische Finanztransaktionssteuer | Grosse französische Aktien | 0,4 % |
| SEC Fee (Section 31) | Verkaufsseite bei US-Aktien | USD 20,60 je Million USD Erlös, also 0,00206 % |
| FINRA TAF | Verkaufsseite bei US-Aktien | USD 0,000195 je Aktie, höchstens USD 9,79 je Order |
| Schweizer Umsatzabgabe | Abwicklung über einen Schweizer Effektenhändler | 0,075 % inländische, 0,15 % ausländische Titel |
Die beiden US-Abgaben werden regelmässig neu festgesetzt: Der Section-31-Satz gilt seit dem 4. April 2026 (SEC Fee Rate Advisory), der TAF-Satz seit dem 1. Januar 2026 (FINRA Trading Activity Fee). Beide Stellen veröffentlichen den jeweils gültigen Stand.
Dazu kommt die Quellensteuer auf Ausschüttungen. Auf US-Dividenden werden grundsätzlich 30 % einbehalten; mit einem gültigen W-8BEN-Formular und einem anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommen sinkt der Satz für viele europäische Anlegerinnen und Anleger auf 15 %. Prüfen Sie in Ihrer Abrechnung, ob das Formular tatsächlich hinterlegt ist. Steuersätze und Freibeträge sind wohnsitzabhängig und ändern sich; verbindliche Auskunft geben das Bundeszentralamt für Steuern und die Eidgenössische Steuerverwaltung.
Wenn Hebel im Spiel ist, kommt eine sechste Schicht dazu
Gehebelte Positionen kosten täglich Finanzierung: Sie leihen sich faktisch den Gegenwert der Position und zahlen darauf einen Referenzzins plus Marge. Bei Capital.com liegt die Übernachtfinanzierung bei rund 4 % pro Jahr über dem Referenzsatz; eToro belastet montags bis freitags um 22:00 Uhr Londoner Zeit und berechnet über das Wochenende den dreifachen Satz.
Ein Beispiel: eine CFD-Position über EUR 20.000, gehalten über 90 Tage, bei einem Referenzsatz von 2 % plus 4 % Marge. Die Rechnung lautet 20.000 mal 6 % mal 90/365 = rund EUR 296, bei einer Ordergebühr von null. Die Kostenfrage entscheidet sich an der Haltedauer, nicht an der Kommission – und genau deshalb sind CFDs für Buy-and-Hold strukturell das falsche Instrument.
Zum regulatorischen Rahmen: Für Privatkunden im EWR gelten die ESMA-Produktinterventionsgrenzen von 30:1 bei Hauptwährungspaaren, 20:1 bei Nebenwährungen, Gold und Hauptindizes, 10:1 bei übrigen Rohstoffen und Nebenindizes, 5:1 bei Einzelaktien und 2:1 bei Kryptowährungen, dazu ein Margin-Close-out bei 50 % der Mindestmargin und eine Negativsaldo-Absicherung. Jeder Anbieter muss zudem den Anteil seiner verlierenden Privatkundenkonten veröffentlichen – CMC Markets nennt 68 %, die EU-Einheit von IC Markets 72,52 % –, und der ESMA lagen Daten vor, wonach 74 bis 89 % der Privatkundenkonten Verluste machten. Die für Ihren Broker gültige Zahl steht in dessen Risikohinweis.
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren.
Zwei Profile, zwei entgegengesetzte Antworten
Profil A: EUR 300 monatlich in einen in Euro notierten UCITS-ETF. Zwölf Ausführungen im Jahr, EUR 3.600 investiert. Bei Trade Republic und Scalable Capital sind Sparplanausführungen gratis: EUR 0 im Jahr. Bei Interactive Brokers greift jedes Mal das Minimum von EUR 1,25, also EUR 15 im Jahr – 0,42 % der Anlagesumme. Für kleine, regelmässige Euro-Beträge gewinnen die Sparplan-Broker eindeutig.
Profil B: EUR 20.000 im Jahr in US-Aktien, in vier Tranchen zu EUR 5.000. Jetzt dominiert die Umrechnung. Bei Interactive Brokers greifen bei einem Stückpreis um USD 200 das Kommissionsminimum von USD 0,35 und das Umrechnungsminimum von USD 2, jeweils vier Mal – zusammen rund USD 9,40 im Jahr. Bei Trading 212 fällt keine Kommission an, aber 0,15 % auf EUR 20.000 sind EUR 30, oder EUR 0 mit einem USD-Guthaben. Bei Swissquote aus einem Franken-Guthaben kosten allein 0,95 % Umrechnung etwa CHF 190, dazu Ordergebühren (CHF 29 bei einer Order über CHF 10.000) und Depotgebühr.
Dasselbe Geld, dasselbe Jahr, ein völlig anderes Ergebnis. Die Rangfolge der Broker ist keine Eigenschaft der Broker, sondern eine Eigenschaft Ihres Handelsmusters.
Wo die günstigste Lösung die falsche ist
Ehrlichkeit verlangt auch die Gegenrichtung. Eine Ein-Euro-Order nützt nichts, wenn der Broker keinen direkten Börsenzugang bietet und Sie ein Limit auf einen marktengen Nebenwert an der Primärbörse platzieren müssen – der schlechtere Ausführungskurs kostet ein Vielfaches der gesparten Kommission. Ein Anbieter ohne ausgewiesene Umrechnungszeile ist für Fremdwährungswerte gar nicht kalkulierbar; was Sie nicht messen können, können Sie nicht optimieren. Die günstigste Depotstruktur liegt manchmal unter einer Lizenz mit EUR 20.000 Anlegerentschädigung, und diese deckt den Ausfall des Instituts, nicht Ihre Kursverluste. Und der Ausstieg kann einen Preis haben: Ein Depotübertrag kostet bei DEGIRO EUR 20 je Position auf dem Euro-Preisverzeichnis und bei Saxo rund EUR 50 je ISIN, je Übertragsauftrag gedeckelt – bei Trade Republic dagegen nichts. Prüfen Sie das in der aktuellen Preisliste, bevor Sie sich binden.
Was Sie konkret tun sollten
- 1Schreiben Sie Ihr tatsächliches Muster auf: wie viele Orders pro Jahr, in welcher Grösse, in welcher Währung, mit welcher Haltedauer. Ohne diese vier Zahlen ist jeder Gebührenvergleich Zufall.
- 2Rechnen Sie Ihr Muster durch, nicht die Schlagzeile. Multiplizieren Sie Ordergebühr mal Orderzahl, Umrechnungsmarge mal Umrechnungsvolumen, Bestandsgebühr mal Depotwert.
- 3Suchen Sie gezielt die zwei Zeilen, die Broker gern klein setzen: die Währungsumrechnung und die laufende Bestands- oder Depotgebühr.
- 4Prüfen Sie, ob die Umrechnung überhaupt als eigene Zeile ausgewiesen ist. Wenn nicht, behandeln Sie den Broker für Fremdwährungswerte als nicht bepreisbar.
- 5Klären Sie die Ausstiegskosten, bevor Sie einsteigen: Depotübertrag je Position, Auszahlungsgebühr, Mindestauszahlung.
- 6Prüfen Sie die Preisliste jährlich neu und klären Sie jurisdiktionsabhängige Posten – Stempelabgaben, Mehrwertsteuer auf Depotgebühren, Quellensteuer – für Ihren Wohnsitz und die buchende Gesellschaft Ihres Brokers. Preislisten bewegen sich: Scalable Capital hat gettex zum 1. September 2026 auf pauschal EUR 1,99 umgestellt und Xetra auf denselben Betrag gesenkt.
Dieser Leitfaden dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
Häufige Fragen
Das hängt von Ihrem Muster ab, nicht vom Broker. Bei kleinen, häufigen Orders dominiert die Ordergebühr: EUR 1,00 auf eine Order über EUR 500 sind 0,20 %. Bei Fremdwährungswerten dominiert fast immer die Umrechnungsmarge – 0,5 % auf EUR 5.000 sind EUR 25 je Richtung, ein Vielfaches der Kommission. Bei grossen, ruhigen Depots dominiert die prozentuale Bestandsgebühr: 0,15 % auf EUR 120.000 sind EUR 180 pro Jahr, ohne einen einzigen Trade. Und bei gehebelten Positionen dominiert die Übernachtfinanzierung, sobald die Haltedauer Wochen erreicht.
Nein – die Kosten sind verschoben, nicht verschwunden. Sie stecken typischerweise im Spread, in der Währungsumrechnung, in der Zinsmarge auf Ihr Barguthaben oder in Erträgen aus der Wertpapierleihe. Trading 212 benennt das offen: Auf der Anlageseite verdient das Unternehmen an der Umrechnungsgebühr von 0,15 % und an der Wertpapierleihe. Entscheidend ist die Messbarkeit: Eine ausgewiesene Gebühr können Sie vergleichen, einen im Kurs eingebetteten Aufschlag nur schätzen, indem Sie Ihre Ausführung sekundengenau mit dem Referenzkurs der Primärbörse vergleichen.
Notieren Sie den Kurs Ihrer Ausführung und den Kurs desselben Papiers an der Primärbörse zur gleichen Sekunde. Die Differenz ist Ihr Aufschlag. Wiederholen Sie das über mehrere Trades, denn ein Einzelfall sagt wenig. Prüfen Sie ausserdem, ob Sie ausserhalb der Kernhandelszeit gehandelt haben – ein ETF mit 0,06 % Spread im Xetra-Kernhandel kann abends auf einem Einzelplatz das Fünffache kosten, ohne dass sich an der Preisliste etwas ändert.
Rechnen Sie die jährliche Ersparnis gegen die einmaligen Ausstiegskosten. Ein Depotübertrag kostet je nach Anbieter unterschiedlich viel: DEGIRO berechnet EUR 20 je Position auf dem Euro-Preisverzeichnis, Saxo rund EUR 50 je ISIN, je Übertragsauftrag gedeckelt, und bei Trade Republic ist der ausgehende Übertrag kostenfrei. Multiplizieren Sie den Satz Ihres abgebenden Brokers mit der Zahl Ihrer Positionen und teilen Sie den Betrag durch die jährliche Ersparnis – so viele Jahre dauert es, bis sich der Wechsel trägt. Kostet der Ausstieg nichts, bleibt nur die Ersparnis zu prüfen. Beziehen Sie ausserdem steuerliche Folgen ein: Ein Übertrag ohne Gläubigerwechsel ist in der Regel unschädlich, aber die Anschaffungsdaten müssen korrekt mitübertragen werden – prüfen Sie das nach dem Wechsel in Ihrer Abrechnung.
Eine monatliche Pauschale, die anfällt, wenn ein Konto über einen definierten Zeitraum nicht genutzt wird. Die Praxis unterscheidet sich stark: XTB berechnet EUR 10 monatlich, wenn 365 Tage kein Trade und 90 Tage keine Einzahlung erfolgt sind; IG erhebt gar keine Inaktivitätsgebühr und weist sie auf Anlage-, Spread-Betting- und CFD-Konten als kostenfrei aus; eToro hat die Gebühr 2026 abgeschafft. Getroffen werden vor allem Gelegenheitsanleger und Konten, die nach einem Testlauf offen bleiben. Wenn Sie ein Konto nicht mehr nutzen, lösen Sie es auf oder prüfen Sie die Frist – die Gebühr läuft still weiter.
Passende Broker
Werbehinweis: Bei aktiven Partnerschaften können wir über Broker-Links eine Provision erhalten. Massgeblich sind die Konditionen des Anbieters. Provisionen beeinflussen unsere Bewertungen nicht; bezahlte Platzierungen werden gesondert als gesponsert gekennzeichnet.
Die Inhalte auf Brokaro dienen ausschliesslich Informationszwecken und stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.